Das war das Bonhoeffer-Wochenende 2025

Dietrich Bonhoeffer im Zingsthof
© Gütersloher Verlagshaus

Bonhoeffer: Damals - hier und jetzt

Ein inspirierendes Wochenende im Zingsthof anlässlich des 80. Todesjahres Bonhoeffers

Vom 12. bis 14. September 2025 fand das erste Bonhoeffer-Wochenende in den martas Gästehäusern Zingsthof statt. Ein besonderer Ort, denn hier lehrte und wirkte Bonhoeffer einst.

Unsere Gäste tauchten ein in das Leben und Wirken Dietrich Bonhoeffers – Theologe, Widerstandskämpfer und Mensch mit tiefer spiritueller Kraft. Vorträge des renommierten Bonhoeffer-Kenners Prof. Dr. Peter Zimmerling, ein berührendes musikalisches Schauspiel von duett zu dritt in der Peter-Pauls-Kirche Zingst und geistliche Impulse machten dieses Seminar zu einem ganz besonderen Wochenende zum Nachdenken, Auftanken und Begegnen.

Bonhoeffer berührt unseren Schmerz –
aber auch unsere Hoffnung.

Sandra und Abraham, Teilnehmende :

Wo kommt ihr her, wie habt ihr von dem Wochenende erfahren und was hat euch dann bewegt, daran teilzunehmen?

Abraham: Wir kommen aus dem südlichen Zipfel Deutschlands, aus dem Südschwarzwald.
Sandra: Ich hatte ein Buch über Bonhoeffer von Erik Metaxa gelesen. Darin wurde beschrieben, wie er auf dem Zingsthof das erste Mal seinen Traum von einem Seminar verwirklichte. Daraufhin habe ich gegoogelt und habe festgestellt, dass es das Gästehaus noch gibt. Auf der Website der martas Gästehäuser Zingsthof ist mir dann das Bonhoeffer-Wochenende aufgefallen. Wir waren gleich begeistert und haben uns sofort angemeldet, damit wir an diesem historischen Seminar teilnehmen und an diesem besonderen Ort sein können.


Welcher Vortrag oder Gedanke hat euch besonders inspiriert oder berührt?

Abraham: Mich hat der Gedanke inspiriert, dass Dietrich Bonhoeffer schon als Kind eine Berufung verspürt hat und somit eine Begegnung mit Gott hatte. Diese Begegnungen mit Gott haben sich durch sein ganzes Leben gezogen. Sichtbar wurde das in schwierigen Situationen, welche er annehmen konnte und darin auch Gott gefunden hat.
Sandra ergänzt: Eine Berufung zu einem Leben für Gott zu haben.


Gab es einen Moment, der euch im Miteinander der Gäste in Erinnerung bleiben wird?

Sandra: Besonders berührt hat mich die Vorstellungsrunde am Freitagabend zu Beginn des Seminars. Mich hat beeindruckt, dass ganz verschiedene Menschen zusammengekommen sind mit tiefgründigen Fragen und Aussagen und dieser persönliche Austausch: wo jeder steht, warum jeder da war. Wirklich schon eine sehr wunderbare, geschwisterliche Gemeinschaft. Obwohl wir gemerkt haben, dass auch die Standpunkte sehr verschieden sind, war es ein guter Austausch. Viele in der Runde waren sehr offen und ehrlich und haben ihre Fragen zum Thema Glauben formuliert. Einige Teilnehmer:innen haben auch gesagt, dass sie diesen Glauben von Bonhoeffer bewundern, von ihm lernen und auch diesen tiefen Glauben für sich gewinnen wollen. Man spürte, dass Alle auf der Suche nach etwas waren.
Abraham: Bonhoeffer berührt unseren Schmerz, welchen wir in der Vergangenheit haben. Was für uns sehr unangenehm ist, aber gleichzeitig auch Heilung bedeutet. Das wurde mir im Gespräch mit einem der anderen Teilnehmer klar.


Wie nehmt ihr Impulse von Bonhoeffer mit in euren Alltag?

Sandra: In unseren Alltag möchten wir Bonhoeffer als Vorbild integrieren, die Wahrheit herauszufinden – für die Wahrheit zu stehen, die Wahrheit zu kommunizieren. Also auch für unsere christlichen Werte einzustehen. Den Dialog mit anderen, auch mit Andersdenkenden zu suchen und den friedlich – ja friedlich – zu führen und andere Meinungen stehen zu lassen.


Wie fühlt es sich für euch an, an dem Ort der Predigerseminare Bonhoeffers zu übernachten?

Sandra: Genau hier, wo Bonhoeffer dieses christliche, gemeinschaftliche Leben mit seinen Studenten das erste Mal verwirklicht hat – das ist für mich ein besonderer Ort. Dass ich hier sein darf, wo Bonhoeffer gewirkt hat…Wenn wir runter an den Strand gehen, stelle ich mir immer vor, wie Bonhoeffer mit seinen Studenten Ball spielt oder sich unterhält, in den Dünen liegt. Da muss ich jedes Mal dran denken und das ist etwas Besonderes.
Abraham: Ich konnte nachvollziehen wie Bonhoeffer damals im Frühling durch die Kälte am Zingsthof ankam und dort warm empfangen wurde mit einer warmen Mahlzeit. Diese Wärme habe ich von den Menschen, aber auch von der Atmosphäre im Haus ebenso wahrgenommen.

Danke für das intensive und offene Gespräch an Sandra und Abraham! Wir freuen uns, dass sie entschieden sind, auch im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.